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ISLAND – immer eine Reise wert !

Eine kleine Gruppe von 15 Personen nahm das Angebot des HVV an, die Insel aus Feuer und Eis mit dem Kreuzfahrtschiff meinSchiff zu erkunden. Keiner wusste, was auf uns zu kam. Wir wussten nur, bei uns scheint die Sonne und es wird endlich Sommer und wir fahren in die Kälte. Die Wettervoraussage war nicht erbaulich. Max. 10 Grad, Regen und Wind. Gefühlt kälter!

Nun ja, lassen wir uns überraschen. Von einem wunderbaren Sonnenuntergang begleitet fuhr das Schiff an Hamburg vorbei Richtung Invergordon / Schottland, zum 1. Halt.

Nun lagen 2 Seetage vor uns bis wir einen Zwischenstopp in Schottland in Invergordon einlegten. Wir erkundeten das Schiff und abends traf man sich in der Diamantbar zum Cocktail und netten Gesprächen.

In Invergordon fuhren wir mit dem Bus nach Inverness, zum Fluss Ness und anschließend zum See, um das Ungeheuer von Loch Ness zu sehen. Aber wie das so ist, es ist menschenscheu und tauchte nicht auf. Die Städtchen sind schön mit farbenfrohen Wandgemälden an den Häusern und schönen Gärten. Wir besuchten auch das Cawdor Castle mit den wunderschönen Parkanlagen.

Natürlich durfte in Schottland auch ein Besuch der Whiskybrennerei nicht fehlen. Führung und Verkostung inclusive.

Nach einem weiteren Seetag erreichten wir Reykjavik, wo wir einen Aufenthalt von 2 Tagen hatten. Am ersten Tag machten wir allein eine Erkundungstour durch die Stadt, sahen die bunte Regenbogenstraße und die berühmte Halggrimskirkja. Auch das Opernhaus von Reykjavik ist sehenswert. Sehr groß für so eine relativ kleine Stadt.

Am nächsten Tag machten wir eine geführte Tour, den golden Circle. Es ging erstmal hoch in die Berge. Der Wind pfiff uns um die Ohren, es nieselte und fühlte sich an wie kleine eisige Nadelstiche im Gesicht.

Viele meinten, sie hätten noch nie so gefroren! Aber der Blick auf den riesigen Wasserfall Gullfoss ließ alles schnell vergessen. Es ist einfach überwältigend.

Wir sahen auch die große Spalte zwischen den Kontinentalplatten Europa und Amerika. Mit einem Bein konnten man in Europa stehen, mit dem anderen Bein in Amerika. Da sich die Platten jährlich um 2 cm auseinander bewegen, wird man das in einigen Jahren nicht mehr schaffen. Nur schwindelfreie konnten dort in die Tiefe schauen und Fotos machen.

Anschließend besuchten wir das Geysirgebiet, heiße Wasserfontänen schossen aus der Erde, an vielen Stellen brodelte und dampfte es! Es war gewaltig, schön und unnahbar, denn es ist heiß !

Danach fuhren wir in einen kleinen Wald, wo ein Picknickplatz errichtet worden war. Wir hatten alle Lunchpakete vom Schiff mitgenommen und machten eine kleine, schöne Rast. Unsere Reiseführerin war überrascht, denn so was kannte sie auch noch nicht.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Reykjavik und auf nach Akureyri. Auch hier hatten wir einen Landausflug gebucht: der wunderschöne Norden: Myvatn See (Mückensee), wo es zum Glück noch keine Mücken gab, Godafoss Wasserfall, Naturbäder. Es ging an beeindruckenden Lavafeldern vorbei mit bizarren Felsformationen und Höhlen zum Geothermalgebiet Hverir mit den blubbernden, nach Schwefel riechenden (!) Schlammbecken.  

Wir hatten einen sehr netten Reiseführer, der auch gut deutsch sprach: Erwin.

Unterwegs gab er Informationen zur Natur und Kultur, zum Leben mit Elfen und Trollen, Bräuchen zum Weihnachtsfest und zum freien Leben der Islandpferde. Es gibt IslandPFERDE und ShetlandPONYS ! Nie darf ein Islandpferd Pony genannt werden. Und hat ein Pferd einmal die Insel verlassen, darf es nie wieder die Insel betreten. Absoluter Schutz von Seuchen, das absolut streng eingehalten wird.

Leider klärte er uns auch über die Gletscherschmelze und die Veränderung der Natur auf.

Nun mussten wir uns abends auch von diesem herrlichen Ort verabschieden, Ein Seetag lag vor uns. Was wir nicht wussten, dass es ein Tag mit pottendickem Nebel war. Die Sicht war enorm dicht, so dass der Kapitän alle 2 Minuten das Nebelhorn ertönen ließ. Er entschuldigte sich dafür, aber so sind die Vorschriften. Die ganze Nacht und den ganzen Tag .

Kurz vor den Orkney Inseln klarte es endlich auf und man konnte auch wieder auf das Oberdeck.

Die letzte Station waren die Orkney Inseln, wo natürlich der Besuch des Rings of Brodgar, eines weltberühmten Steinkreises aus dem 3. Jahrtausend vor Chr. auf dem Programm stand. Der Steinkreis hat einen noch größeren Durchesser als Stonehenge und wird von Monolithen, die zwischen 2,1m und 4,7m hoch sind, gebildet. Die Busfahrt führte an der Küste entlang, zwischen Wiesen mit vielen Schafen und Lämmern, Rindern, bunten Blumen, der kleinen Insel Brough Head, die jedoch nur bei Ebbe zu erreichen ist, wieder zurück nach Kirkwall.

Der letzte Seetag gehörte noch mal der Gruppe. Wir trafen uns zu einem geplanten Frühstück im Esszimmer mit Blick auf das Meer. Wir schauten im Theater die Verabschiedung der Crew an mit Gesangstalenten, von denen wir sagten, warum steht der am Sicherheitscheck und nicht auf der Bühne. Es war ergreifend.

Ganz zum Schluss trafen sich alle auf Deck 3,4 und 5 – das ganze Schiff plus Crew und Shanty Chor. Es wurden Liederzettel verteilt und alle sangen zusammen Shantys. Eine bessere Stimmung zum Abschluss hätte es nicht geben können.

Allen Teilnehmern hat diese Urlaubsfahrt auf dem ausgesprochen komfortablen Kreuzfahrtschiff mit den vielen angebotenen Aktivitäten an den Seetagen ausnehmend gut gefallen. Trotz der Größe des Schiffes traf sich die Gruppe auf Veranlassung der HVV-Vorsitzenden Christine Broders jeden Abend und nutzte die Gelegenheit, gemeinsam zu planen, gemütlich gemeinsam zu essen und zu plaudern.

Wieder mit dem pünktlichen Zug in Kettwig angekommen, blieben zum Abschied noch 10 Teilnehmer zu einem gemütlichen Abschlussessen im alten Bahnhof Kettwig.

Eins ist klar: Wir haben Lust auf die nächste Fahrt  – in den kalten Norden 😊

Christine Broders