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Sardinien – Insel der Farben

Der HVV reiste diesmal zu einer ganz besonderen Insel. Sardinien ist vom Tourismus lange Zeit verschont geblieben und die Fehler manch anderer Reiseziele wurden auf dieser beindruckenden Insel nicht gemacht. Die Küsten sind frei – unbebaut, es gibt keine Hochhauskomplexe. Die Dörfer schmiegen sich mit verwinkelten Gässchen an die kleinen Häfen und stechen im Landschaftsbild nicht hervor.

In der Nähe von Olbia im Norden Sardiniens war unser Urlaubsdomizil. Von hier hatte man eine außergewöhnliche Aussicht über das grüne Land, das Meer, über eine weite Bucht auf das andere Ufer. Die allmorgendlichen Sonnenaufgänge hüllten das Land und das Meer in ein unbeschreibliches Licht, und so fiel der frühe Start in den Tag nicht schwer.

Zunächst ging es zu Tomba di Giganti und zur Nuraghe Prisigona. Denkmäler der vorchristlichen Besiedlung Sardiniens – gekennzeichnet durch markante Steinanlagen mit Türmen. Im krassen Gegensatz dazu stand der moderne Nobelort Porto Cervo, den wir besuchten. Es gab einen Yachthafen und Boutiquen, wo man schnell viel Geld loswerden konnte.

In der Küstenstadt Alghero teilte sich unsere Gruppe, die einen besichtigten die Altstadt, die anderen entschieden sich für eine Schifffahrt zur Neptungrotte. Bei strahlendem Wetter ging es vorbei an spektakulären Felsformationen zur schönsten und größten Grotte des Mittelmeers.

Auf dem Rückweg zum Hotel statteten wir der Kirche Trinita di Saccargia einen Besuch ab. Das Gotteshaus beeindruckt durch die schwarzweiß gestreifte Fassade und ihre einzigartigen Apsisfresken.

Ein weiterer Programmpunkt war die Insel La Maddalena, die wir von Palau mit der Fähre erreichten. Auf der mit einer Brücke verbundenen Insel Caprera lebte und starb Italiens Nationalheld Garibaldi. Natürlich besuchten wir das Haus und auch die Grabstätte Garibaldis.

Zur etwas älteren Geschichte Sardiniens gehören Santa Teresa di Gallura und Castelsardo. In Santa Teresa hatten wir von einem Verteidigungsturm aus spanischer Zeit einen eindrucksvollen Blick auf die Kreidefelsen Korsikas. Die Gassen mit buntbemalten Häusern und der schöne Markt luden zum Bummeln ein. Danach ging es weiter nach Castelsardo. Eine Verteidigungsanlage aus genuesischer Zeit, strategisch über dem Golf del’Asinara gelegen. Im Schutz der Burg liegt die verwinkelte Altstadt in dessen Gassen Frauen ihrer Flechtarbeit von bunten Körben nachgehen.

Eine kurze Unterbrechung auf der Fahrt führte uns zu der Felsformation „Der Elefant“, dessen Umrisse erosionsbedingt entstanden sind und nicht, wie man meinen könnte, von Menschenhand geschaffen.

Zum Glück hatten wir auch einen Tag zur freien Verfügung. Der Strand lockte, das Wasser war wunderbar. Eine kleine Wanderung durch die Hügel um die Hotelanlage oder ein Ausflug ins malerische Zentrum von Cannigione gefielen uns. Manche wussten aber auch die Annehmlichkeiten des Hotels zu nutzen.

Der letzte Tag begann in Orgosolo. Hier wurde es noch einmal politisch, denn die Fassaden sehr vieler Häuser waren mit kunstvollen Malereien versehen, deren Inhalte soziale oder politische Fragen der Menschen zum Inhalt hatten. Auch Themen aus Deutschland wie Altkanzler Schmidt und die RAF wurden nicht ausgespart. Der übergeordnete Anspruch einer gerechteren Welt sollte durch die Malereien thematisiert werden.

Nach diesen kontroversen Gedanken klang der Tag mit einer Grillmahlzeit bei Hirten im Hochland der Insel aus. Es gab typisch sardisches Fladenbrot mit Käse und Wurst, danach Schafsfleisch und Schweinefleisch. Zum Essen wurde ein guter Landwein gereicht und den Abschluss bildete noch einmal Käse und ein köstliches Mandelgebäck.

Nachdem die Hirten einiges ihres musikalischen Könnens zum Besten gaben, stimmten auch wir ein Volkslied an.

Sardinien war nicht nur eine Erholungsreise, es war eine Reise, die uns ein Land in seinen unterschiedlichen Facetten näher bringen wollte. Dazu verhalf die Reiseleiterin Cristina – eine echte Sardin –, die mit Herz und Seele engagiert ihr Sardinien vorstellte und erklärte. Ihre Fachkompetenz ließ keine Frage offen und die Erklärungen waren für alle verständlich und interessant.

Ich glaube, dass die Teilnehmer dieser Reise die Fahrten durch das herrliche Land nicht  bereut haben und viele schöne Eindrücke und Gedanken mit nach Hause. Nehmen.

Hartmut Albrecht