
Burg Vischering und Lüdinghausen mit dem HVV
Ein Besuch der Burg Vischering und der kleinen Stadt Lüdinghausen stand als Tagestour auf dem Programm. Obwohl der Wetterbericht Regen und Kälte angekündigt hatte, erlebten wir Sonne und blauen Himmel.









Burg Vischering gilt als Ideal einer münsterländischen Wasserburg. Zunächst wurde uns bei einer sachkundigen Führung die Geschichte der Burg Vischering erläutert. Vermutlich wurde die Hauptburg wohl im 12. Jahrhundert erbaut. 1271 entstand dann auf dem heutigen Burghof ein mächtiger Wohnturm.
Der Droste zu Vischering erhielt die Burg als Lehen vom Bischof von Münster. Sie war bis 1521 als reines Verteidigungsbauwerk angelegt. Im selben Jahr brannte sie nieder und wurde auf den alten Fundamenten wieder aufgebaut.
Der Wiederaufbau erfolgte im Stil der Renaissance. Zwar blieb der wehrhafte Charakter der Burg erhalten, die Ausgestaltung der Räume und der Anbau eines prachtvollen Saales spiegelten jedoch das Bedürfnis nach mehr Lebensqualität. Seit dieser Zeit ist die Burg Vischering fast unverändert geblieben und vermittelt wie keine andere westfälische Wasserburg einen Eindruck vom Leben im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit. Das wurde auch anhand eines kleinen Filmchens klar, das im ehemaligen Rittersaal gezeigt wurde. – Die Burg blieb nie völlig ungenutzt, diente aber weitgehend als Wohnung. 1944 verursachten Weltkriegsbomben schwere Schäden, die Wiederherstellung begann unmittelbar nach dem Krieg. Inzwischen ist dort ein sehr sehenswertes und preisgekröntes Museum eingerichtet worden. – Es war noch genügend Zeit, entweder einmal um diese interessante Anlage zu laufen und die uralten Bäume, wie 300 Jahre alte Stieleichen und eine große Sommerlinde zu bewundern oder in dem restaurierten Reitstall guten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen oder Brot zu genießen.
Anschließend ging es nach Lüdinghausen, eine schöne westfälische Kleinstadt. Die pittoreske Altstadt war zwar schnell gefunden und durchlaufen, es lockten aber hübsch verwinkelte Gassen, nette Restaurants und creative inhabergeführte Geschäfte. Die sehenswerte Kirche St. Felizitas mit wunderschönen Fenstern und den zwei mächtigen Turmpfeilern waren ein Highlight! (Den zwei mächtigen Turmpfeilern wird wegen ihres in Europa einmaligen Umfanges von 7,42 Metern sehr viel Beachtung geschenkt). Im Jahre 800 wurde dem heiligen Liudger dieses Gelände in Lüdinghausen geschenkt. Liudger erbaute darauf die erste Kirche für Lüdinghausen und vermachte sie dem Kloster Werden, um diesen Besitz zu sichern. – Die Zeit verging schnell und froh und zufrieden ging es zurück nach Kettwig. – Es war für alle ein schöner Tag!
Rita Forstmann