Autor: Rita Forstmann

Der HVV reiste an die Waterkant

Bremerhaven – wo die Weser direkt in die Nordsee fließt – ist nicht ganz so bekannt wie ihre große Schwester Bremen – Diese Stadt an der Mündung wollten wir uns mit dem HVV ansehen. Zuvor machten wir noch Halt in Worpswede. Hier erfuhren wir bei herrlichem Wetter, wieso sich die Künstler gerade mitten im Teufelsmoor niederließen und diese kleine Künstlerkolonie gegründet hatten. In Bremerhaven lag unser Hotel so günstig, dass man in einigen Minuten an der Nordsee und am Hafen war, aber ebenso in der Fußgängerzone und im Shopping-Center. Am nächsten Tag gab es die Hafenrundfahrt durch die Überseehäfen. Das Glasdachschiff schipperte entlang der Marina, an riesigen Containerschiffen, Schleppbooten einer großen Werft vorbei, in der Ferne lag ein Kreuzfahrtschiff. Weitere unbedingt sehenswerte Attraktionen in Bremerhaven sind das Klimahaus, das Auswandererhaus, der Zoo und das Schifffahrtmuseum. Die thematisch eindrucksvoll gestalteten Museen sind fußläufig zu erreichen. Jeder hatte Zeit und Muße, sich den Bereich anzusehen, der ihn am meisten interessierte. Abends hatten wir noch Gelegenheit, durch den Fischereihafen zu schlendern und die diversen Meeresfrüchte in einer der zahlreichen Fischgaststätten zu genießen. – Am nächsten Tag stand Bremen auf dem Programm: größer, älter als Bremerhaven und von daher auch unbedingt sehenswert. Das Schnoorviertel verleitete zum Bummeln. Der Dom und das Rathaus, der Roland mit den spitzen Knien, aber auch die „Unser lieben Frauen-Kirche“ mit den farbenfrohen Fenstern, wohin wir uns bei dem plötzlich einsetzenden Regen flüchteten, sind sehenswert. Schon waren die Bremerhavener Erlebnisse und der zuweilen hörbare Bremer „Schnack“ vorbei, der Rückweg bot noch einen Halt in Osnabrück, der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Sie ist bei Vielen gar nicht so bekannt, aber alle Mitreisenden waren der einhelligen Meinung, eine tolle Stadt. Das Rathaus, von dessen Treppe der Westfälische Frieden verkündet wurde, der große eindrucksvolle Dom, der sog. Bürgerbrunnen, für dessen Betrachtung man viel Zeit braucht, weil so viele Figuren zu bestaunen sind, aber auch die vielen kleinen Straßen und schönen Häuser haben allen gut gefallen! Es war eine interessante, schöne Reise.

Adventsfahrten in den Schwarzwald und nach Velen

Endlich konnte der HVV wieder die Adventsfahrten durchführen, und zwar ging die Wochenfahrt in den Schwarzwald nach Zell am Harmersbach und die Tagesfahrt zur Waldweihnacht nach Velen. In Zell wartete ein sehr gut geführtes Hotel auf uns, wunderbar gelegen, so dass man von dort viele schöne Ausflüge machen konnte. Die Weihnachtsmärkte standen dieses Mal nicht an erster Stelle, aber die adventlich geschmückten Dörfer und Städte versetzten uns in adventliche Stimmung. Wir besuchten die hübsche Fachwerkstadt Gengenbach mit einem sehenswerten Weihnachtsmarkt. Das Rathaus verwandelte sich mit seinen 24 Fenstern in einen wunderschön dekorierten Adentskalender, an dem jeden Abend ein neues Fenster geöffnet wurde. Auf der französischen Seite des Rheins fuhren wir über die Elsässer Weinstraße und besuchten natürlich die Städte Colmar und Riquewihr. Sie warteten ebenfalls mit Wintermärkten auf und mit wunderschön geschmückten Häusern und Ständen, wo wir unter anderem auch die bekannten Elsässer Spezialitäten probieren konnten. Am Titisee lag Schnee, der in der Sonne herrlich glitzerte, so dass wir einen Abstecher zum Feldberg machten, um so die herrlich verschneite Landschaft genießen zu können. Es gab natürlich auch interessante Orte zu sehen, die rechteckige Kirche in Freudenstadt war schon etwas besonderes, die Barockkirche St. Peter und das Freiburger Münster – beide sehr sehenswert. Ein Bummel durch die hübsche Stadt Freiburg mit dem Frische- und den Weihnachtsmärkten, durch Zell am Harmersbach, ein Besuch der kleinen Zeller Keramikmanufaktur, bekannt durch „Hahn und Henne“ und natürlich der Besuch mit Weinprobe in einer Kaiserstühler Kellerei machten viel Spaß. Natürlich gab es auch die Möglichkeit, bei der Herstellung der Schwarzwälder Kirchtorte zuzusehen und das Ergebnis anschließend zu verputzen. Am Vorabend hatte der Hotelier einen Nikolaus bestellt – es gab für alle 1 Glas Honig. Für den Nikolaus-Abend hatte eine Mitreisende das in Kettwig so bekannte und beliebte Dobeln mit in den Schwarzwald gebracht. Jeder konnte ein liebevoll verpacktes Geschenk erdobeln, was allen viel Spaß gemacht hat! – Die abwechslungsreiche Woche hat allen gut gefallen!

Velen: Besuch im Weihnachtswald

Am kältesten Tag des letzten Jahres stand der Besuch der Waldweihnacht in Velen auf dem Programm. 1 Million Lichter verzauberten den Hof der Familien Krumme mit ungefähr 150 weihnachtlich geschmückten Hütten in einen Weihnachtswald. Dieser sorgte für eine heimelige vorweihnachtliche Stimmung. Es gab viele schöne und praktische Dinge zu kaufen, natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Der schöne kalte Wintertag gehörte mit zum Ambiente, ein paar Grad weniger Kälte hätten uns aber auch noch sehr gut gefallen! Es tat der Stimmung insgesamt keinen Abbruch, alle Teilnehmer fuhren zufrieden nach Hause.

Mit Beginn der Adventszeit

…verwandelt sich das Landgut Krumme in ein märchenhaftes Ausflugsziel. Auch in diesem Jahr erwarten Sie wieder rund 150 ausgewählte Aussteller mit exklusiven Geschenkideen, adventlichen Leckereien und allem, was die Vorweihnachtszeit so besonders macht. Neben unseren Klassikern wie dem Besuch des Nikolauses, der nostalgischen Kindereisenbahn und dem Stockbrot backen, sind auch die Winterzauberhütten wieder mit von der Partie. Und für den winterlichen Appetit gibt es Flammlachs, Reibekuchen, Grünkohl mit Mettwurst u. v. m.
1 Million Lichter zaubern eine stimmungsvolle Kulisse der besonderen Art. Bei dem Duft von Tannengrün, Glühwein und gebrannten Mandeln, wird uns sicherlich ganz weihnachtlich ums Herz. In ca. 150 liebevoll geschmückten Holzhütten präsentieren die Aussteller ihre qualitativ hochwertigen Produkte.

1000 Jahre Nordkirchen und Besuch der Wildpferde in Dülmen

Ende September bei herrlichem Wetter unternahm der HVV eine Tagesfahrt ins münsterländische Nordkirchen. Hier findet man ein imposantes Barockschloss, das auch das Westfälische Versailles genannt wird. Natürlich gibt es dort nicht so viele pompös ausgestattete Zimmer und auch der Garten ist nicht so riesig, gleichwohl sehr schön. Das Schloss, das in den vielen Nebengebäuden heutzutage die Hochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen beherbergt, wurde im 16. Jahrhundert als mittelalterliche Wasserburg errichtet und unter vielen neuen Besitzern erweitert, umgebaut und modernisiert. Johann Conrad Schlaun, ein deutscher Architekt, der als bedeutendster Baumeister des Westfälischen Barocks galt, baute und vergrößerte das Schloss. Der Garten wurde nach französischem Vorbild mit Fontänen, Wasserbassins und Buchsbaumhecken konzipiert. Bei einer Führung konnten wir die vielen Deckengemälde, originalen Kronleuchter und das beeindruckende Treppenhaus bewundern. Die Einrichtung selbst war nicht original, trotzdem schön anzusehen. Anschließend ging es in den Park. Dort hatten die Künstlerinnen  Christel & Laura Lechner zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Nordkirchen Skulpturen erstellt, die an 15 unterschiedlichen Standorten zu sehen waren. Es war wie eine kleine Schnitzeljagd, wir suchten die Figuren nach dem Plan und machten auf diese Weise einen Park- und Stadtrundgang. Am großen Geburtstagstisch konnten wir uns zu den lebensgroßen Betonskulpturen setzen und „mitfeiern“. An anderer Stelle konnten wir bei der Reise nach Jerusalem die Plätze wechseln. Es gab Waschfrauen, Bauhandwerker, eine „schwimmende Kaffeerunde“, eben Alltagsmenschen! Es war ein sehr schöner Ausflug! –

Zwei Wochen später fuhren wir nach Dülmen, um die Wildpferde auf dem Besitz des Herzogs von Croy zu sehen. Ungefähr 380 Stuten bewegen sich dort frei, es kommt kein Tierarzt, weder um bei der Geburt zu helfen noch die Tiere bei Krankheiten zu versorgen. Die Tiere werden normalerweise nicht gefüttert. In diesem Jahr musste aber zugefüttert werden, weil es wegen der großen Hitze zu wenig Gras gab. Dadurch hatten wir das Glück, fast alle Tiere sehen zu können, die genüsslich fraßen oder ein gemütliches Bad in Zaunesnähe nahmen. – Die Hengste leben aber in einer anderen Herde, damit es nicht zu Kämpfen kommt. Nur einmal im Jahr darf ein besonders ausgesuchter Hengst in das Stutengelände. Sobald die jungen Hengste geschlechtsreif werden, werden sie jährlich am letzten Sonntag im Mai aus der Herde gefangen und versteigert, was wohl ein tolles Spektakel ist. Jetzt im Oktober konnten wir uns die Arena ansehen, der Führer erklärte, dass die sogenannten Jährlinge dabei von jungen Männern aus der Umgebung mit der Hand aus der Herde gefangen werden. Anschließend werden die verbleibenden Stuten wieder zurück in den Meerfelder Bruch gelassen. Die Wildpferde aus dem Meerfelder Bruch sind so eine sehr widerstandsfähige Herde, die heute als letzte Wildpferdeherde Europas gilt. – Nach diesem interessanten und informativen Spaziergang fuhr der Bus nach Münster und dort konnte jeder den Nachmittag so verbringen, wie er wollte. Es hat allen viel Spaß gemacht.

Museums- und Geschichtsfreunde und HVV: Gemeinsam in die Zukunft

Vor zwei Jahren haben die Museums- und Geschichtsfreunde Kettwig beim HVV nachgefragt, ob man nicht fusionieren könnte Das schöne Heimatmuseum sollte erhalten bleiben, aber der Verein ist inzwischen überaltert. Die Museumsfreunde hatten die Corona-Zeit genutzt und die Räume neu gestaltet und sortiert. Viele der Ausstellungsstücke wurden bereits digitalisiert, es gibt jedoch noch eine Menge zu tun. Es ist eine Freude, dieses kleine Museum zu besuchen und die vielen Exponate zu bestaunen, die die Kettwiger Geschichte belegen, u. a. die Zeit der Tuchmacherstadt Kettwig.

Der Heimat- und Verkehrsverein war als Fusionspartner geradezu prädestiniert und stand der Fusion natürlich wohlwollend gegenüber. – Es mussten viele Fragen geklärt werden und so zog sich die Verschmelzung in die Länge. Aber endlich waren alle Formalitäten erfüllt und der Verschmelzung stand formell nichts mehr im Wege. Das Essener Kulturamt übernimmt die Miete, das Museum wird dafür als eine Unterabteilung des Stadtarchivs und beim HVV werden die Museums- und Geschichtsfreunde in einem selbständigen Ausschuss geführt, der Ausschussvorsitzende ist Herr Wißler. Jetzt fehlte nur noch das Votum der Mitglieder.

Am 19 September wurde zu einer gemeinsamen Versammlung im Gemeindezentrum Petershof geladen. Dort wurde der sogenannte Verschmelzungsvertrag von Herrn Notar Schwarz verlesen. Anschließend stimmten die anwesenden Mitglieder beider Vereine getrennt über den Verschmelzungsvertrag ab, und zwar zur Freude aller einstimmig. Gültig wird die Verschmelzung am 30. November 2022, falls bis dahin nicht noch ein Einspruch eingelegt wird. Da die Museumsfreunde als Ausschuss geführt werden, braucht der Name Heimat- und Verkehrsverein Kettwig e.V. nicht geändert zu werden.

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